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    Hamburger Unterwelt 31.10.2016

    Der 31. Oktober war nicht nur deshalb ein besonderer Tag, weil der Reformationstag gefeiert wurde. Für mich war es ein besonderer Tag, weil ich an diesem Tag zwei Bauwerke in Hamburg besichtigen konnte. Das eine bekommt man sonst nur einmal im Jahr zu Gesicht - der Luftschutzbunker neben dem Hamburger Hauptbahnhof ist sonst nur am Tag des offenen Denkmals zu besichtigen - das andere kennen viele, wie auch ich, durch das tägliche Pendeln in die Hansestadt - der Hamburger Hauptbahnhof.

    Eingang zum Luftschutzbunker am Hauptbahnhof Hamburg

    Die Freunde der Eisenbahn FdE Hamburg hatten diese Exkursion angeboten und die Aussicht, den Hauptbahnhof hinter den Kulissen kennen zu lernen, wollte ich mir nicht entgehen lassen. Pünktlich um 10:15 Uhr betraten wir die Hamburger Unterwelt. Unter der sachkundigen Führung zweier Mitglieder des Vereins Hamburger Unterwelten e.V. stiegen wir in den Luftschutzbunker neben dem Hamburger Hauptbahnhof ein. An der Westseite des Bahnhofes zwischen Außenwand des Bahnhofs und Steintorwalltunnel befindet sich der 1941 bis 1943 errichtete Bunker, dessen tiefste Stelle 11,80 Meter unter der Erde liegt. Von außen sichtbar sind nur die Zugänge zum Bunker, die direkt an der Außen- mauer des Bahnhofs liegen und ein kleiner Aufbau am Straßenrand, der neben dem Aus- puff für das Dieselaggregat des Bunkers auch die Versorgungsleitungen für den Diesel beheimatet. Es war beeindruckend, dieses Denkmal an den zweiten Weltkrieg und an den kalten Krieg hautnah zu erleben. Kaum vorstellbar, dass dort während der Angriffe über 2.500 Menschen Schutz gesucht und gefunden hatten. Nach knapp zwei Stunden wurde unsere fünfzehn köpfige Gruppe wieder an das Tageslicht geführt. Nach einer Mittagspause ging es am Nachmittag unter der Leitung zweier Mitarbeiter des Haupt- bahnhofes  zur Führung hinter die Kulissen. Zuerst besichtigten wir die 3S-Zentrale, in der leider keine Bilder gemacht werden durften. Hier wird alles zu den drei Themen Sicherheit, Sauberkeit und Service überwacht und gemanagt. Danach bestiegen wir das Taubenhotel und zum krönenden Abschluss den Uhrenturm an der Nordost-Ost-Seite des Hauptbahnhofes. Vom Uhrenturm konnten wir den Blick über die Stadt Hamburg schweifen lassen.

    Turm an der nordöstlichen Seite des Hauptbahnhofes

    Bei dem Ausblick brauche ich den Turm der Petri-Kirche, der auch öffentlich zu besteigen ist, nicht mehr zu erklimmen. Um 16:00 Uhr ging ein Tag zu Ende, in dem ich viel lernen und sehen durfte, das so mancher nie zu sehen bekommt. Oder waren sie schon mal auf dem Not-Bahnsteig neben Gleis 14? Oder haben sie nach 1990 den Verbindungstunnel zwischen U-Bahnhof Hauptbahnhof Süd und den Fernbahnsteigen betreten?

    © 2021 Bernd Andreas Czarnitzki

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